Kurorte und Kureinrichtungen besitzen ein altertümliches Image

Kurorte und Kureinrichtungen besitzen ein altertümliches Image – obwohl sie eigentlich das liefern, was man von einem verantwortungsbewussten Umgang mit der eigenen Gesundheit erwartet. Aber eben nicht mehr unbeschränkt auf Rechnung der Kostenträger.

Der Trend der Kostenträger geht eindeutig in Richtung Akutrehabilitation. Damit haben Anbieter der stationären und ambulanten rehabilitativen Vorsorgeleistungen Schwierigkeiten, ihre Geschäftsmodelle aufrecht zu halten.

Einer der verfügbaren alternativen Optionen ist der Markteintritt in den unregulierten Markt der Selbstzahlerleistungen. Damit befinden sich dann die Kureinrichtungen im Hotelmarkt mit der besonderen Ausrichtung auf Gesundheitsdienstleitungen. Für Privatpatienten und gesundheitsbewusste Kunden gab es diesen Markt schon immer.

Insofern mutieren dann die Kureinrichtungen mit Reha-Zulassung zu Hybridbetrieben zwischen einerseits Klinikleistungen (u.a. mit einer Privatklinik-Zulassung nach § 30 Gewerbeordnung, um ärztliche Leistungen anbieten zu können) und andererseits Hotelleistungen.

Die früheren vertikalen Organisationsstrukturen oft kommunaler Kureinrichtungen mit ihrer häufigen Verwaltungsstruktur in der Stadtverwaltung sortiert nach Funktionen und Dezernaten wie IT, Bau, Finanzen, Personal weichen prozessorientierten Unternehmen mit horizontaler Organisationsstruktur im Betrieb, die sich am betrieblichen Prozess entlang des Kundenaufenthaltes orientieren. Das B-2-B Geschäft (Leistungserbringer – Kostenträger) wird durch ein B-2-C Geschäft (Gesundheitshotel – Kunde) ersetzt.

Das hat Konsequenzen für Eigentümer und Führungspersonal, weil sich fast alle betrieblichen Sachverhalte in ihrer grundsätzlichen Philosophie ändern. Patienten werden zu Kunden, die frühere Dienstgesinnung in der Pflege wird zur Dienstleistungsqualität, betriebliche Routinen werden individuell am Kunden ausgerichtet, der Kunde ist Partner und nicht der Kostenträger, der Experte Arzt ist zwar wichtig in der Dienstleistung, aber die Bedeutung nichtärztlicher Therapeuten nimmt zu, die medizinische Dienstleitung repariert nicht mehr, sondern fördert die Achtsamkeit und das Gesundheitsbewusstsein selbstverantwortlicher Kunden. Frühere Ansprüche des Patienten nach den Regeln der Sozialgesetzbücher weichen einem Werteversprechen für den Kunden.

Wir unterstützen Sie im Transformationsprozess in den Selbstzahlermarkt hin zur Geschäftsbesorgung. Die anhaltende Transformation der Branche erfordert nämlich andere Managementqualitäten als im heutigen SGB V Markt, vor allem besondere Changemanagement-Fähigkeiten, die auf verständigungsorientiertem Handeln, sozialer Kompetenz beruhen und betriebswirtschaftlichen Handwerk beruhen.